Warum wechseln Katzen ihre Schlafplätze?

Katzen verbringen bis zu 16 Stunden am Tag mit Schlafen. Je älter die Katze ist, desto mehr Zeit verbringt sie mit Ausruhen. Katzen haben zwar meist bevorzugte Schlafplätze, aber sie variieren gerne, wo sie schlafen. Dies gehört zum Überlebensinstinkt der Katzen.

Bei einer Studie mit 1.177 Katzen fanden Wissenschaftler heraus, dass die meisten Katzen fünf bevorzugte Schlafplätze haben. Wildkatzen verlegen regelmäßig ihre Nester und Kolonien, damit Raubtiere sie nicht entdecken. Katzen schlafen aber auch an verschiedenen Orten, um ihr Revier zu behaupten, ihre Privatsphäre zu genießen, ihre Körpertemperatur zu regulieren oder auf stressige Erlebnisse zu reagieren.

Es kann sein, dass Ihre Katze an den seltsamsten Plätzen schläft. Aber dabei handelt es sich um Plätze, die ihr vertraut sind.

Es könnte sein, dass der Platz für sie angenehm ruhig ist, weil er nicht von Menschen frequentiert wird. Oder er ist ruhiger, weil er sich im hinteren Teil des Hauses befindet.

Warum wechseln Katzen ihre Schlafplätze?

Es ist üblich, dass Katzen an verschiedenen Orten in der Wohnung schlafen. Der optimale Schlafplatz für Katzen erfüllt die folgenden Kriterien:

  • Kleiner, geschlossener Raum
  • Warm, aber nicht zu heiß
  • Keine Zugluft
  • Ruhig und privat
  • Teil des beanspruchten Reviers
  • Weit genug von Katzenklo und Futter entfernt, um Gerüche zu vermeiden

Katzen wechseln häufig ihren Schlafplatz, um ihr Überleben zu sichern.

Sie können es sich nicht leisten, zu berechenbar zu werden. Wenn sie immer an der gleichen Stelle schlafen, wissen Raubtiere genau, wo sie zu suchen haben.

Revieransprüche

Katzen fühlen sich nur in einem Revier wohl, das sie für sich beansprucht haben. Dies geschieht in der Regel durch Kratzen oder Markieren mit Duftstoffen.

Um diesen Anspruch zu untermauern, schläft die Katze dann in diesem Gebiet. Wenn sie sich über einen längeren Zeitraum an einem Ort aufhält, wird der Geruch der Katze noch stärker.

Ihre Katze wird versuchen, so viel wie möglich von ihrem Zuhause zu beanspruchen. So hat die Katze immer das Gefühl, dass sie einen sicheren Rückzugsort hat.

In diesem Fall kann sich das Revier auf ein ganzes Zimmer oder auch nur eine kleine Ecke beziehen.

Sie werden dieses Verhalten eher in belebten Haushalten beobachten können. Wenn Sie Kinder haben, kann es sein, dass der Lärmpegel Ihre Katze überfordert.

In diesem Fall wird sich die Katze an einen Ort zurückziehen, von dem sie weiß, dass er ruhiger ist.

Dieses Verhalten wird noch ausgeprägter sein, wenn Sie andere Katzen haben. In einem Mehrkatzenhaushalt muss das Revier unter den Katzen aufgeteilt werden.

Wenn Sie sich eine zweite Katze zulegen, werden Sie vielleicht feststellen, dass Ihre bisherige Katze überall im Haus schläft. Dies ist dann ein Kampf um das Territorium.

Sicherheit

Katzen sind sogenannte Mesoprädatoren. Das bedeutet, dass sie kleinere Tiere jagen und töten, aber auch Beute für überlegene Raubtiere sind.

Das gibt Katzen eine einzigartige Perspektive. Sie wissen, wie es ist, Jäger und Gejagter zu sein.

Katzen nutzen dies zu ihrem Vorteil, wenn sie eine Schlafposition wählen. Sie wissen, dass sie auf der Suche nach Mäusen die Schlafplätze der Nager aufsuchen sollten.

Katzen jagen zwar gerne sich bewegende Beutetiere. Aber sie sind auch nicht abgeneigt, sich durch Überraschung einen Vorteil zu verschaffen.

Aus diesem Grund wechseln Wildkatzen regelmäßig ihren Schlafplatz. Sie fürchten, dass ein Fuchs oder ein anderer Räuber erfährt, wo sie schlafen, und ihnen auflauert.

Außerdem hinterlassen Katzen einen ausgeprägten Geruch, wenn sie schlafen. Indem sie sich regelmäßig ein neues Terrain suchen, können Raubtiere die Katzen nicht so leicht aufspüren.

Hauskatzen sind solchen Risiken natürlich nicht ausgesetzt. Trotzdem wechseln Hauskatzen regelmäßig ihren Schlafplatz.

Ihr Instinkt, der sich in Tausenden von Jahren entwickelt hat, verschwindet nicht so schnell, egal wie einladend die häusliche Umgebung auch sein mag.

Privatsphäre

Katzen können ihren Schlafplatz auch wechseln, um ihre Privatsphäre zu wahren. Nur wenige Dinge regen eine Katze mehr auf, als wenn ihr Schlaf unterbrochen wird.

Wenn Katzen glauben, dass Kinder, Hausgäste und andere Haustiere wissen, wo sie zu finden sind, fühlen sie sich weniger sicher.

Dies führt dazu, dass die Katze in verschiedenen Verstecken schläft.

Viele Katzen beanspruchen einen erhöhten Ort als Schlafplatz. Das kann beispielsweise auf einem Schrank oder einem Kratzbaum sein.

Temperaturregelung

Die normale Körpertemperatur von Katzen liegt zwischen 38,0 und 39,2 Grad Celsius. Ist es wärmer oder kälter als diese Temperatur, fühlt sich eine Katze unwohl.

Alle Rassen sind unterschiedlich, aber eine Raumtemperatur von um die 21 oder 22 Grad Celsius hält die meisten Katzen glücklich und zufrieden.

Kalte Temperaturen

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sinkt die Körpertemperatur einer Katze im Schlaf. Wenn ihre Temperatur jedoch unter 37,7 Grad Celsius liegt, besteht die Gefahr einer Unterkühlung.

In den Wintermonaten zieht es Katzen daher an wärmere Schlafplätze. Das können Orte sein, an denen es künstliche Wärmequellen gibt.

Katzen schlafen dann gern auf Heizkörpern oder vor Kaminen.

Heiße Temperaturen

Katzen vertragen zu viel Kälte besser als zu viel Hitze. Sie haben kleine Schweißdrüsen an den Pfoten, und die Wärme verlässt den Körper der Katze über die Ohren.

Wenn einer Katze zu heiß ist, kann es eine Weile dauern, bis sie sich abkühlt.

Zu den Anzeichen für eine Überhintzung der Katze gehören:

  • Hecheln
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Unruhe
  • Ständiges Umherlaufen
  • Lethargie
  • Verfärbung des Zahnfleischs

Um dies zu bekämpfen, sollte Ihre Katze an einem kühleren Ort schlafen. Küchen und Badezimmer mit gefliesten Böden werden bei Hitze zu bevorzugten Schlafplätzen.

Schmerzreaktion

Möglicherweise leidet Ihre Katze an chronischen Schmerzen, beispielsweise an Arthritis.

Die Katze kann jedoch auf die Idee kommen, dass ihr Bett oder das Sofa für ihre Beschwerden verantwortlich ist.

Ihre Katze wird dann ihren Schlafplatz ändern, um sich besser zu fühlen.

Ihre Katze humpelt vielleicht nicht und wirkt auch nicht lahm, obwohl sie Schmerzen hat. Sie wird eher versuchen, Symptome zu verstecken, da sie diese als Zeichen von Schwäche betrachtet.

Anzeichen dafür, dass Ihre Katze arthritisch ist, sind unter anderem:

  • Lethargie
  • Gekrümmte Körperhaltung
  • Untypische Aggressivität und Reizbarkeit
  • Ablehnung von Berührungen
  • Schwache, verkümmerte Muskulatur

Richten Sie Ihrer Katze ein primäres Bett ein. Dieses sollte sich in Bodennähe und an einem ruhigen Ort befinden.

Bieten Sie Folgendes für zusätzlichen Komfort:

  • Ein weiches Bett, in das man leicht hineinklettern kann
  • Decken
  • Eine direkte Wärmequelle

Negative Erlebnisse

Katzen erinnern sich an beängstigende oder traumatische Ereignisse. Wenn eine Katze von einem Nachbarskater schikaniert wird, wird sie bestimmte Straßen in Zukunft meiden.

Das Gleiche gilt auch für die Wohnung. Ihre Katze erinnert sich an etwas Beängstigendes und ordnet es einem bestimmten Ort zu.

Katzen können durch viele Dinge erschreckt und gestresst werden. Einige davon sind vermeidbar, andere nicht.

Laute Geräusche gehören zu den Hauptauslösern von Stress bei Katzen. Dazu können gehören:

  • Fernsehapparate und Radios
  • Laute Gespräche und Rufe
  • Baustellen und Straßenlärm
  • Autoalarmanlagen und Hupen

Ihre Katze wird nicht immer verstehen, dass diese Geräusche von draußen kommen. Ihre Katze glaubt vielleicht, dass das Schlafen an einem bestimmten Ort Lärm anzieht.

Wenn dies der Fall ist, wird sie sich einen neuen Schlafplatz suchen.

Die negative Erfahrung Ihrer Katze hat möglicherweise auch nichts mit Lärm zu tun. Sie kann auch mit einer Empfindung oder einer Erinnerung verbunden sein.

Beispiele hierfür sind:

Diese Vorfälle sind in der Vorstellung Ihrer Katze fest mit einem bestimmten Ort verbunden. Das bedeutet, dass sich die Katze dort nicht mehr sicher fühlt.

Dies führt dazu, dass die Katze einen neuen Ort sucht, um sich auszuruhen und zu erholen.

Änderungen der Wohnungseinrichtung

Katzen mögen es, wenn die Dinge gleich bleiben. Das gilt vor allem für die Einrichtung der Wohnung.

Wenn Sie Ihre Wohnung umgestaltet oder Möbel umgestellt haben, muss sich die Katze erst einmal daran gewöhnen. Dies wird anfangs Stress verursachen.

Ihre Katze muss ihr Terrain neu kennen lernen und die für sie bequemsten Ruheplätze suchen und finden.

Es reicht möglicherweise nicht aus, das Bett Ihrer Katze wieder an den früheren Ort zu stellen.

Die Veränderungen in der Umgebung können Ihre Katze aus der Fassung bringen. Das Umstellen bestimmter Möbel könnte zum Beispiel einen Luftzug verursacht haben.

Krankheit

Wenn Ihre Katze eine leichte Krankheit hat, kann es sein, dass sie anfängt, an anderen Orten zu schlafen.

Eine Katze mit einer Harnwegsinfektion zum Beispiel wird in der Nähe des Katzenklos schlafen wollen. In seltenen Fällen schlafen Katzen dann sogar im Katzenklo.

Das bedeutet, dass die Katze möglicherweise ihr gewohntes Bett ablehnt.

Wenn sich eine Katze sehr unwohl fühlt, wird sie sich zunehmend zurückziehen. Ihre Katze wird wahrscheinlich einen großen Bogen um Menschen und andere Haustiere machen.

Eine Katze möchte an einem kühlen, dunklen Ort schlafen, wenn sie befürchtet, körperlich verwundbar zu sein. Solche Orte können sein:

  • Im Hinterhof
  • Unter Büschen
  • In Garagen und Schuppen
  • Unter Autos
  • In Kellern oder Untergeschossen

Wenn Sie sich Sorgen machen, dass es Ihrer Katze nicht gut geht, prüfen Sie den Schlafplatz Ihrer Katze. Vielleicht hat sie den Platz gewechselt.

Fazit: Warum wechseln Katzen Ihre Schlafplätze?

Katzen wechseln häufig ihre Schlafplätze. Dies ist grundsätzlich darauf zurückzuführen, dass die Katze ihren Urinstinkten folgt.

Es gibt aber verschiedene Gründen, aus denen Katzen ihre Schalfplätze wechseln. Sie möchten damit ihre Revieransprüche geltend machen.

Aber auch aus Sicherheitsgründen wechseln sie ihren Schlafplatz. Raubtiere können ihnen dann nicht so leicht auflauern.

Weitere mögliche Gründe sind die Suche nach Privatsphäre, akute Schmerzen oder Krankheiten und die Flucht vor unangenehmen Temperaturen.

Aber auch negative Erlebnisse, die sie mit einem Platz verbinden, können ein Grund für das Wechseln des Schlafplatzes sein.

Und schließlich kann auch einfach das Umstellen oder Austauschen von Möbeln dazu führen, dass Katzen ihre Schlafplätze wechseln.

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